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Ein Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller
  • Von der Seele reden

Haben wir die Zukunft im Blick

Von der Seele reden

03.04.2025

Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.

Jeden Donnerstag um 20:45 Uhr im Radio und bereits vorab hier den ausführlichen Kommentar online hören. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Haben wir unsere Zukunft im Blick

Die Gemütslage der Deutschen ist zunehmend von Wut, Hoffnungslosigkeit und einem Gefühl der Machtlosigkeit geprägt, können wir alle am Verhalten unserer Mitmenschen und ihren pessimistischen Einstellungen nachvollziehen. Diese Situation aber ist nicht nur bei uns, sondern in allen Ländern des Westens vorherrschend.

Immer mehr Menschen sind von Armut bedroht, die unverhältnismäßigen Mieten lassen den Menschen bei uns zu wenig Möglichkeiten, Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen, auf der anderen Seite wächst der Reichtum Weniger auf der Welt ins Unermessliche. Die Menschen spüren die wachsende Ungleichheit, wählen aber Politiker, wie Trump und die rechten Populisten, aber auch Demokraten, wie Friedrich Merz, die allesamt in Kürzungen des sozialen Ausgleichs und Belastungen des Normalbürgers die Lösung unserer Probleme sehen. Obwohl alle wissen müssten, dass unsere Zukunft von technologischen Innovationen bestimmt wird, wachsen Vorbehalte gegen unsere Bildungseliten bis hin zu unerklärlichen Maßnahmen, wie der Auflösung des Bildungsministeriums durch Trump. „Make America stupid again.“ Das wird bei uns Gott sei Dank nicht passieren, schon gar nicht, wenn die Kieler CDU-Bildungsministerin Prien das Bundesressorts übernehmen sollte.

Auch die jungen Generationen sind besorgt, sehen, dass ihr Leben mit den Krisen anders ist und auch fordernder sein wird als das ihrer Eltern. Das ist aber für die meisten von ihnen kein Grund, aufzugeben oder gar nicht erst anzufangen. Trotz Ängsten und Sorgen haben 75 Prozent der Jugendlichen weiterhin hohes Vertrauen in die Demokratie, stellt die aktuelle Shell-Jugendstudie fest. Auch das Zutrauen in die regierungsunabhängigen staatlichen Institutionen wie etwa das Bundesverfassungsgericht oder die Polizei ist hoch; Parteien hingegen genießen deutlich weniger Vertrauen. Die aktuelle Sinus-Jugendstudie stellt den Wunsch unserer jungen Menschen nach einer „Normalbiografie“ fest und in einer Renaissance klassischer Tugenden. Was viele wollen, ist einen Platz in der Mitte der Gesellschaft zu finden. Und wovon viele träumen, sind eine glückliche und feste Partnerschaft oder Ehe, Kinder, Haustiere, ein eigenes Haus oder eine Wohnung, ein guter Job und genug Geld für ein sorgenfreies Leben. Erfreulich ist, dass viele Junge an ihrer eigenen Resilienz arbeiten, also an ihrer psychischen Widerstandskraft. Die werden sie auch brauchen, solange Populisten, wie Trump, Vance, Erdogan, Orban, Meloni und andere die Welt mit unsinnigen Strategien und abenteuerlichen Träumereien überschütten. Nicht das egoistische Gegeneinander, nur das Miteinander kann Krisen lösen.

Ich wünsche Ihnen eine erfüllende Woche, aber bitte bleiben Sie achtsam.